PressestimmenKompositionsabend mit Kammermusik und Liedern von Helmut Vogel
Die an diesem Abend aufgeführten Werke stammen aus den Jahren 1951-1971. Beim Anhören gewann man den Eindruck, daß Helmut Vogel ein Komponist ist, der die seichten Ablegeplätze strikt meidet. Seine klingenden Emanationen tragen den Stempel ehrlicher Empfindungen bei grundsolider und der Regel gerechter Verarbeitung.
Vor allem fällt auf, daß Vogel themen zu erfinden weiß, die sich weitverzweigt abwandeln lassen. Eine Voraussezung für intensives Mithören. Helmut Vogel ist kein auf eine bestimmte Art und Weise der Tonverwendung eingeschworener Komponist, sondern versteht vielmehr in glänzender Weise, über den Weg der üblichen Formen die vorhandenen Klangmittel so zu verarbeiten, daß noch immer aus dem traditionellen Material - Tonalität, Atonalität, Zwölftonreihe und aus Jazzelementen - Ungenütztes zur Anwendung kommen kann. Der Abend war für Helmut Vogel eine eindeutige Anerkennung seiner schöpferischen Qualitäten.
(RNZ)
Zu einem großartigen Fest der Bläser wurde dann Helmut Vogels "In omnibus veritas", für großes symphonisches Blasorchester, das das bedrohliche Volumen in sublimste Einzelreflexionen atomisierend, mit Phantasie überlistete und ereignisreiche Tranzparenz zum Gebot der Komposition werden ließ. Ein schönes Stück, das den Akteuren ein Hauptspaß sein mochte. (Rhein-Neckar-Zeitung "Feuilleton" 2. 12. 1983) Eine erfreulich unakademische Musik, die mit dem Hörer "redet", ihn zu Assoziationen auffordert und ihn mit einer recht originellen Orchesterbesetzung konfrontiert.
(Rheinpfalz "Kultur", 27.11.1982)
Vogel wollte nicht nur verschiedene Fortbewegungsmöglichkeiten darstellen, sondern den Gefühlen, die der Mensch beim Bewegen oder Bewegtwerden empfindet, Ausdruck geben. Einerseits der Freude, Waldboden unter den Füßen zu haben, in der Luft zu schweben, oder vom Wasser getragen zu werden, aber auch Angst und Bedrohung. Die verwendete erweiterte und frei gehandhabte Variationsform über ein Thema mutete wie Musik zur Illustration eines Traumes an. Es war mehr als ein Experiment, nämlich Ausdruck tiefster innerer Bewegtheit, eine insgesamt sehr ansprechende Musik. Aufführung: Frankenlandhalle Buchen
(RNZ, 4. 5. 1985)
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